Haltungsbeschreibung Vielzitzenmaus

Vielzitzenmaus Cinnamon

In meinen Augen eine viel zu wenig beachtete Art: Die Vielzitzenmaus möchte ich hier mit ihren Besonderheiten und Wünschen vorstellen:

Allgemeines:

Die Tiere die wir als Vielzitzenmäuse (VZMs) in der Terraristik halten sind in der Regel Hybriden von maßgeblich zwei der fünf bekannten und sehr ähnlichen Arten der Gattung Mastomys. Sie sind im südlichen Afrika heimisch und nehmen dort den Platz ein, der hier der heimischen Haus- oder Waldmaus zukommt.

 

Sie haben eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von 7 bis 18 cm und werden bis zu 120g schwer. Der Schwanz ist in etwa so lang wie die Maus selbst, die Körperoberseite ist mit einem ausgeprägt geticktem Fell dunkel gefärbt. der Bauch setzt sich deutlich hell ab. Sie machen ihrem Namen alle Ehre und besitzen bis zu 12 Zitzenpaare.
Von der Größe ist die Vielzitzenmaus zwischen unseren Haus- und Futtertierklassikern Maus und Ratte anzusiedeln. Auch verwandtschaftlich sind sie weder der einen noch anderen Art/Gattung näher zuzuordnen. Von Verhalten und Ernährungsansprüchen gleichen sie aber eher unserer Farbmaus.
Im Gegensatz zu Farbmäusen riechen Vielzitzenmäuse bei normaler Hygiene nicht. Perfekt also für geruchsempfindliche Personen.

 

Verhalten:

Wie die meisten Nager sind auch Vielzitzenmäuse Gruppentiere und sollten deswegen mindestens zu zweit, besser in größeren Gruppen gehalten werden. Für die Heimtierhaltung ist die Unterbringung in gleichgeschlechtlichen Gruppen selbstverständlich und unabdingbar. Ähnlich wie bei Farbmäusen sind Weibchengruppen sehr viel einfacher und stabiler zu halten. Männchengruppen können funktionieren, wenn keien weibchen anwesend sind, sind aber eher für den erfahrenen Halter geeignet.

 

Sie sind ausgesprochen soziale Tiere, die bereitwillig jedes Jungtier aufziehen (sogar Farbmaus und Rattenwelpen werden mit Begeisterung gesäugt, gepflegt und aufgezogen). Immer schläft die Gruppe zusammen im Nest und naht ein potentieller Feind wird auch gemeinsam verteidigt.

Eine weibliche Maus dient dabei meist als Kundschafterin. Sie sucht besonders den Kontakt zum Menschen und jedem neuem Gegenstand, erst nach ihr folgt der Rest der Gruppe und die Erkundung des Neuem.

 

Vielzitzen und Menschen:

 

Vielzitzen haben den Ruf sehr bissig und unausstehlich zu sein. Zum Teil stimmt das. Sie sind sehr territoriale Tiere, die ihr Revier, ihre Gruppe und erst recht das Nest mit Nachwuchs bis aufs Blut verteidigen. Einige Züchter haben aber inzwischen recht erfolgreich Tiere gezüchtet, die weniger bissig und verträglicher sind.

 

Auch mit bissigen Tieren lässt sich aber gut umgehen, wenn man ein paar Grundregeln beachtet:

  1. Die Tiere machen kurz bevor sie zubeißen die Augen zu. Genug Zeit um die Hand zurück zu ziehen.
  2. Im Nest selbst nur hantieren, wenn die Mäuse nicht anwesend sind und/oder um den Menschengeruch nicht ins Nest zu tragen eine große Pinzette verwenden, wie man sie aus der Terraristik, Aquaristik oder Küche kennt.
  3. Wachsen Tiere von Anfang an mit freundschaftlichem Menschenkontakt auf und ist einmal das Eis gebrochen sind sie außerhalb ihres Geheges sehr freundliche und neugierige Tiere.
  4. Um die Tiere aus dem Gehege zu nehmen ohne sich negativ zu belasten eignet sich am beste ein "Mäusetaxi": Eine Papierrolle oder eine Schale in die die Maus klettert und dann damit herausgehoben werden kann.

 

Generell sind Vielzitzenmäuse sehr intelligente Tiere, die sehr schnell lernen und begeisterte Schüler sind. Wenn man also ein handliches Tier für Klickertraining oder ähnliches sucht wird man sehr viel Spaß an den Tieren haben.

Die Tiere können sehr hoch springen und nagen intensiv. Unbeaufsichtigter Auslauf ist also nicht die Sache der Vielzitzenmaus. Generell sind Vielzitzen, vorausgesetzt sie werden genug im Gehege beschäftigt, wie alle Nager eher Beobachtungstiere.
Da sie noch recht nah am Wildtier und in ihrem Verhalten recht speziell sind empfehle ich sie nicht für Kinder unter 16 Jahre. 

Die Vielzitzenmaus als Futtertier: 

 

Eigentlich der Grund, warum wir die Vielzitzenmaus aktuell bei uns in der Haltung zu finden ist, ist das sie eine so ausgezeichnetes Futtertier ist. Gehaltvoller als Farbmäuse, sehr produktiv, gesund und einfach zu halten. Jedem der eine Futtertierzucht beginnen möchte kann ich nur zu Vielzitzen raten.

Eine kleine Gewichtsübersicht:

Tag 1: 1-2g
Tag 4: 4-5 g
Tag 7: 7-8 g
Tag 30:  21-26 g
4 Monate: 60-80 g
8 Monate: 70-120 g 

 

Haltung:

 

Meine persönliche Empfehlung für die Haltung von Vielzitzenmäusen in der Zucht ist mindestens eine T4 Box (60x40cm) für den Liebhaberhalter mindestens 80x40 cm Grundfläche. Optimal für eine kleine Mäusegruppe halte ich 120x60x60cm Terrarien aus Glas mit entsprechender Belüftung.

 

Da Vielzitzen ausgeprägte Nager sind ist Holz und preiswerte IKEA-Pressspan-Lösungen nicht als Materialien für Vielzitzenmäuse geeignet. Eventuell sind großzügig mit Epoxidharz versiegelte Holzunterbringungen Vielzitzenmaus fest. Erfahrungswerte gibt es dazu bisher aber keine.

Geeignetere Materialien für das Vielzitzenheim sind hochwertige Plastiksorten (Makrolon und Co.), Glas und stabile Metallaufbauten, die möglichst keine Angriffsstelle für fleißige Vielzitzenmauszähne bieten. In der Praxis bedeutet das, dass der Züchter die Tiere in Makrolonboxen halten sollten (mehr Möglichkeiten kann man seinen Tieren mit den hohen Aufsätzen bieten) oder in umgebauten Plastikboxen. Für den Liebhaber sind umgebaute Aquarien mit Gitterabdeckung (Vorsicht, Vielzitzenmäuse springen sehr gut) oder in Glasterrarien mit ausreichend Belüftungsfläche am besten geeignet.

Natürlich darf die Einrichtung und Ebenen gerne aus Holz sein. Nagespuren sind früher oder später daran unabdingbar, gehören aber auch schlicht und einfach zur Nagerhaltung dazu.
Häuschen und Verstecke sind ein Muss, hier darf gerne kreativ geworden werden. Dazu kommen Kletteräste und (Sisal)Seile, Näpfe, Sandbäder, Rohrstücke, Laufräder und Teller. Ich nutze in meiner Haltung außerdem viele Pappverpackungen zum bewohnen und zernagen. Wichtig in der Einrichtung ist wie immer nicht in erster Linie der Platz, sondern die vielfältige und abwechslungsreiche Einrichtung.

Eingestreut werden sollte möglichst tief. Es wird gerne gebuddelt. Die Streu sollte staubarm sein (Weichholzgranulat, Hanfeinstreu, Papiereinstreu). Dazu sollte Nistmaterial angeboten werden (Papierschnippels, Heu, Moos) und Beschäftigungseinstreu (Laub).

 

Das Futter:

Bei der Ernährung von Vielzitzenmäusen kann man sich grob an den Futteransprüchen von Farbratten orientieren. Vielfältige Saaten, Öl- und Stärkehaltig, sollten den größten Teil der Ernährung ausmachen. Dazu kommt ein kleiner Teil Kräuter und Heu (ja, es wird gerne gefressen), ca. 10% eiweißhaltige Futtermittel - optimal sind Insekten, milde Milch- und Eiprodukte sowie hochwertiges Katzenfutter - und täglich reichlich frisches Obst, Gemüse und Raufutter.

Auch mit hochwertigen Nagerzuchtpellets - meist unter der Zufütterung von Eiweiß und Heu - sind Vielzitzen sehr gut ernährbar. Im Gegenteil zu diversen Gerüchten fressen sie Pellets sehr gerne und bereitwillig mit sehr guten Zucht und Haltungserfolgen. Preiswertes Hundetrockenfutter eignet sich jedoch nicht als artgerechtes Hauptfutter sondern maximal als Eiweißlieferant oder Zufutter.

Mehr zum Thema Futterzusammensetzung, Quellen und Mischen von Nagerfutter findet ihr hier: Klick mich!

 

Wasser wird sowohl aus gängigen Tropf- und Nibbeltränken problemlos genommen, sowie auch aus Wassernäpfen, die sicher vor Umkippen und Verschmutzung aufgestellt wurden.

 

Vergesellschaftung und Gruppenzusammensetzungen:

 

Vielzitzenmäuse wollen in einer Gruppe leben. Um ungewollten Nachwuchs und Dauerträchtigkeit zu vermeiden, sollten diese gleichgeschlechtlich sein. Empfehlenswert sind mindestens drei Tiere pro Gruppe, gerne mehr (bis ca. zwölf Tiere für die dauerhafte Haltung in nagererfahrenen Händen). Im Gegensatz zu Farbmäusen klappen bei Vielzitzen auch Männchengruppen recht gut.

 

Eine Vergesellschaftung von/mit jungen Tieren klappt meist problemlos durch Zusammensetzen auf kleinem und neutralem Raum.

 

Anders bei älteren Tieren. Hier kann die Vergesellschaftung - ähnlich wie bei Rennmäusen - einiges Fingerspitzengefühl erfordern. Am besten eignen sich gängige Kleinraummethoden. Dazu werden die aus einer ruhigen und entspannten Umgebung kommenden, zu vergesellschaftenden Tiere in eine recht kleine Box mit viel Einstreu und Heu zum optischem Schutz zusammengesetzt.


Kommt es nicht zu aggressiven "Knäuel" bleiben die Tiere ca. 24h in der Box und werden dann schrittweise im Wochenrhythmus in größere und vielfältiger eingerichteter Boxen gesetzt. Zeigen die Tiere Aggressionen werden sie separiert und nach min. 24h wieder einzeln untergebracht bis sich alle Stresssymptome abgebaut haben und dann mit der Vergesellschaftung von vorne beginnen zu können. Die Vergesellschaftung von Vielzitzenmäusen ist langwiedrig und erfairdert genaues beobachten. Nicht selten kommt es vor, auch einige Tage nach der Vergesellschaftung dass nach den kleinsten EIngriffen im Gehege plötzlich die Stimmung kippt und Aggressionen entstehen die zu schweren verletzungen der Tiere führen. Es muss also mit viel Feingefühl und Aufmerksamkeit für die Tiere vor gegangen werden.

 

Vergesellschaftung mit anderen Tieren:

 

Leider ist es inzwischen üblich Vielzitzenmäuse als Partner für einsame unkastrierte Farbmaus-Männchen zu missbrauchen. Weder für die Farbmaus noch für die Vielzitzenmaus ist das in meinen Augen eine artgerechte Unterbringung, wenn nicht sogar Tierquälerei. Auch wenn die Tiere sich friedlich verhalten ersetzt ein artfremder Partner nie einen Artgenossen. Wenn artfremd vergesellschaftet werden soll, also bitte mindestens zwei Tiere jeder Art einsetzen.

 

Nicht zu leugnen ist auch, dass die Vergesellschaftung nicht immer gut geht und Vielzitzen eine große Gefahr für Farbmäuse darstellen, selbst wenn sie sich auch in der freien Wildbahn mitunter Bauten mit anderen Arten teilen. Es kann also durchaus zu Aggressionen kommen - auch plötzlich - , was auch den Verlust von Tieren bedeuten kann.

 

Ähnlich positive Vergesellschaftungsberichte wie mit Farbmäusen gibt es mit Ratten und Steppenlemmingen. Die gemeinsame Haltung von verschiedenen Arten gehört aber nach wie vor in erfahrene Hände.

Gesundheit und Alter: 

 

Vielzitzenmäuse erreichen ein Alter von ungefähr zwei Jahren. Es existieren Berichte die ein Alter von bis zu vier Jahren dokumentieren. Diese Fälle sind aber eher als Ausnahme zu sehen.

Im allgemeinen sind Vielzitzenmäuse sehr gesund, Erkältungen und Durchfallerkrankungen treten quasi nie auf. Hier trotzdem eine Auflistung mir bekannter Probleme:

  • Kannibalismus. Vor allem in Gruppen mit Nachwuchs zu finden und in der Regel in fehlerhafter Fütterung oder mangelnder Hygiene zu finden. In einigen Fällen sind betroffene Tiere nicht korrekt sozialisiert oder die Gruppe ist dauerhaft gestresst.
  • Augenentzündungen. Treten vor allem bei älteren Tieren relativ Häufig auf. Besonders davon betroffen scheinen Cinnamons und Ruby Eyed zu sein. Einen Beweis dafür gibt es bisher nicht. Neben gängigen Keimen kann auch schlechte Hygiene ein Auslöser sein. Ein nagerkundiger Tierarzt sollte in jedem Fall aufgesucht werden. Die Behandlung kann mit Kamillen -nhalation und bei zutraulichen Tieren mit vorsichtigem säubern des Auges mit Kamillenaufguss unterstützt werden.
  • Erblindung. Scheint in einigen Zuchtlinien bei einigen Farbvarianten im Alter aufzutreten.
  • kleine Tumore über den Körper verteilt, besonders am Schwanz und an Stellen von alten Verletzungen. Wird durch den Mastomys natalensis Papilloma Virus ausgelöst mit dem nach meinem bisherigem Kenntnisstand fast alle Vielzitzenmausbestände in Deutschland belastet sind. Die Tiere können so lange wie möglich schmerzfrei weiterhin gepflegt werden. Erst wenn der Tumorbefall zu massiven Einschränkungen führt muss der Euthanasie ins Auge gefasst werden, vor allem wenn das/die Augen betroffen sind.
  • hohe Sterblichkeit bei den Nachzuchten. Tritt in einigen Linien auf und ist scheinbar in mangelhaften Haltungsbedingungen begründet.
  • Probleme im Bewegungsapparat. Gerade bei alten, männlichen Tieren handelt es sich oft um Arthritis. Für eine Behandlungslösung sollte ein nagerkundiger Tierarzt aufgesucht und die Futterqualität überprüft werden.

 

Vermehrung und Zucht:

 

Vielzitzen sind sehr vermehrungsfreudig. Als Futtertier zwar sehr beliebt aber als Haustier wegen ihrem besonderem Wesen entsprechend schwer zu vermitteln. Eine Zucht muss also gut überlegt sein.

Auch wenn es sich nur um ein kleine Zucht oder eine Futtertierzucht handelt ist eine gute Zuchttierauswahl das A und O. Leider neigen Vielzitzen bei schlechter Zuchtauswahl zu dünnen Fell und geringer Körpergröße. Achtet bei der Anschaffung von Zuchttieren neben den klassischen Faktoren besonders auf diese Punkte und kauft nicht beim preiswertestem Futtertierzüchter auf Börse-XY. Gute und gesunde Zuchttiere gibt es nicht an jeder Ecke und in vielen Haltungen sind die Futterbedingungen und Unterbringung fragwürdig.

 

Optimalerweise setzt man für einen einzelnen Wurf das Männchen zusammen mit dem Weibchen auf neutralem Boden und nach erfolgreichem Deckackt zurück in die jeweilige Gruppe. Für eine groß-dimensionierte Futtertierzucht, in der die Zuchttiere oft genug ausgewechselt werden, kann ein Ansatz von 1.2 oder 1.3 in einer T4 Box praktiziert werden.

 

Die Tragzeit beträgt 21-24 Tage. Im Durchschnitt 22 Tage. selbstverständlich sollte das Weibchen in ihrer angestammten Gruppe mit mindestens einem weiterem Weibchen werfen, die sich hingebungsvoll die Welpenpflege teilen. 
Die Wurfgröße beträgt in Felis-silvestris.coms Zucht durchschnittlich 16 Jungtiere, Würfgrößen zwischen sechs und 28 Jungtieren sind in meiner Zucht schon vorgekommen. Es gibt aber auch Berichte von vier und über 30 Welpen in einem Wurf. Direkt nach dem Werfen ist das Weibchen wieder paarungsbereit.

 

Mehrere Weibchen teilen sich ein Nest, jeder pflegt jedes Jungtier und auch die Männchen wärmen die Jungen hingebungsvoll. Streit um die Jungtiere gibt es nie. Sehr gerne nehmen sie auch artfremde Jungtiere von diversen Mäusen, Hamstern und Ratten auf.


Die Jungtiere werden Nackt und mit 1-2g Körpergewicht geboren. Aber schon am ersten Tag nach der Geburt kann man die ersten langen Haare erkennen. Mit 10 Tagen ist der gesamte Körper behaart und mit zwei Wochen öffnen sie die Augen und beginnen auch gleich das Gehege zu erkunden. Ab diesem Zeitpunkt nehmen sie die erste feste Nahrung auf, werden aber bis zum Alter von drei Wochen noch von den Weibchen gesäugt.

Ab der vierten Woche werden die Männchen geschlechtsreif und sollten, um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden, von den Weibchen getrennt und in einer Männchengruppe untergebracht werden. Die Geschlechtsreife der Weibchen tritt frühestens mit sechs Wochen, in der Regel aber eher mit acht Wochen ein.

Geschlechtsunterschiede:

 

Bei adulten Männchen sind die Hoden deutlich erkennbar. Wie bei den meisten Nagern sind Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und After bei Vielzitzenmäusmännchen deutlich größer und auch bei eingezogenem Hoden erkennbar. Bei den Weibchen sind neben dem kleinerem Abstand auch schon bei Welpen gut die Zitzen zu erkennen.



Genetik:

 

Um diese Übersich im Detail zu verstehen ist grundlegendes Zuchtwissen nötig, das ich nicht von Anfang an erläutern möchte bzw. den Rahmen sprengen würden. Für alle Interessierte kann ich folgende Literatur empfehlen:
http://www.ms-verlag.de/index.php?2505&backPID=2505&tt_products=3739
http://farbmaus-genetik.jimdo.com/genetik/grundlagen-der-vererbung/

Agouti/Wildfarben

Gencode: A- B- R- P- ww
Augenfarbe: schwarz
Ohren: dunkel pigmentiert
Fell/Erscheinung: Flächig dunkel melliertes Tier mit ausgeprägtem Ticking und helle abgesetztem, cremfarbenem Bauch. Bei einigen hellen Zuchtlinien ist ein "Rußen" bzw. Eindunkeln der Rückenlinie erkennbar.


Amber/Argente/Albino

Gencode: A- B- R- pp ww

Augenfarbe: rot

Ohren: unpigmentiert/hell

Fell/Erscheinung: Hell cremfarbendes bis gelbes Tier mit grauem Unterfell.


Cinnamon/Zimt

Gencode: A- bb R- P- ww

Augenfarbe: schwarz, bei einigen Linien auch leicht aufgehellt

Ohren: leicht und sehr hell pigmentiert, "rosa"

Fell/Erscheindung: Intensiv bräunliches Fell mit einer Neigung ins Orange mit intensivem Tickung und fast weißem Bauch. Auch bei Tieren aus dunklen Linien kein "Rußen" erkennbar.
Wie die meisten Braunaufheller teilweise unvollständig rezessiv. Trägertiere (Bb) haben in einigen Fällen hellere Ohren und/oder helleres Fell als andere Agoutis (BB).


Ruby Eyed

Gencode: A- B- rr P- ww

Augenfarbe: Hellrot bis Dunkelrot

Ohren: leicht und sehr hell pigmentiert
Fell/Erscheinung: bräunliches Fell mit einer Tendenz ins Blau/Grau und in der Regel dunkler als Cinnamon Tiere. Das Gen steht unter dem Verdacht im Alter zur Erblindung der Tiere zu führen (nicht bewiesen!) 


Silver Fawn

Gencode: A- bb R- pp ww oder A- B- rr pp ww oder A- bb rr pp ww
Augenfarbe: rot
Ohren: unpigmentiert 
Fell/Erscheinung: Kaum von Argente zu unterscheiden. Je nach Linie sind die Tiere etwas heller als Argente ohne zusätzlichen Aufheller. 


Cinnamon + Ruby Eyed

Gencode: A- bb rr P- ww
Augenfarbe: hell bis dunkelrot

Ohren: hell pigmentiert
Fell/Erscheinung: Bräunliches Fell, wahrscheinlich farblich näher an Cinnamon. Bisher ist kein gesichertes Tier bekannt, dass diesen Gencode trägt. 


Pied/Schecken

Gencode: Ww bzw. WW
Augen: Werden nicht beeinflusst

Ohren: Werden nicht beeinflusst 

Fell/Erscheinung: Bei Vielzitzenmäusen vererbt sich die Scheckung Dominant. Dabei zeigen rein und mischerbige Schecken unterschiedliche Ausprägungen:

(Ww), die Mischerbigen Schecken zeigen die typische Scheckung im Gesicht, die an einen Dachs erinnert. Sie wird auch Headspot oder Blessschecke genannt. Beliebt ist auch die Bezeichnung der Variante als "Gremlins".

(WW), die reinerbigen Schecken zeigen eine ausgeprägtere Scheckung. In der Regel ist das ganze Gesicht weiß. Von Bauch und Hinterteil ausgehend variiert der Weißanteil des restlichen Körpers je nach Tier von sehr wenig weiß bis zu einem nur noch im Nacken verbleibenden Punkt. Der Farbige Teil der Maus erinnert in vielen Fällen an einen Sattel, weswegen sie auch Sattelschecken, als klassische Pieds oder, je nach Ausprägung, auch kreativ oder an die Rattenzucht angelehnt als Checker oder Caped bezeichnet werden.


Platinum/White

Gencode: A- B- R- P- WW + Modifiere
Augen: Schwarz
Ohren: dunkel
Fell/Erscheinung: Platinum ist eine bestenfalls komplett weiße Maus mit schwarzen Augen und dunkel pigmentierten Ohren. Die Tiere entstehen durch Auswahlzucht auf der Basis von Agouti Pieds/Sattelschecken. Auch bei gut gepflegten Platinum-Linien tauchen gelegentlich Tiere mit Nackenfleck auf.


High White

Gencode: A- bb R- P- WW + Modifiere
Augen: schwarz
Ohren: leicht pigmentiert, "rosa"

Fell/Erscheinung: High White entspricht der Combination von "Platinum" mit "Cinnamon". Also einem auswahlgezüchtetem Cinnamon Schecken, der im besten Fall komplett weiß gefärbt ist. 


Pink Eyed White (PEW)

Gencode: pp WW + Modifiere

Augen: rot
Ohren: unpigmentiert

Fell/Erscheinung: Kombination aus Argente und Platinum. Zusätzlich können die Tiere auch reinerbig auf Ruby Eyed und/oder Cinnamon sein. Optisch unterscheidbar sind sie nicht. 


Checkliste für die Vielzitzenmausanschaffung:

  1. Ein Vielzitzenmauszahnfestes Gehege, mindestens 80x40 für die Liebhaberhaltung.
  2. Staubfreies Streu und Nistmaterial
  3. Tränke und Futternapf
  4. Verstecke, Verrauchsmaterialien und Spielzeug
  5. Transportbox oder anderes Mäusetaxi
  6. Hochwertiges Vielzitzenmausfutter mit ausreichendem Eiweißanteil
  7. Die Telefonnummer eines nagerkundigen Tierarzten 
  8. Mindestens drei Vielzitzenmäuse. Am besten direkt vom Züchter deines Vertrauens. 
  9. Eine aktuelle Tetanusimpfung für alle Fälle, viel Geduld und Freude an eimem Heimtier voller Charakter.

 

 

Links für alle die mehr wissen wollen:

http://www.metalmonkeyexotics.com/blog/

http://ratfrett.jimdo.com/andere-tiere/vielzitzenmäuse/
http://farbmaus-welt.de/mediawiki/index.php?title=Vielzitzen
http://wiki.mausebande.com/vielzitzenmaus/index

http://www.meintier.de/haltungsbericht_vielzitzenmaus.html
http://aqualandpetsplus.com/Animal, African Soft Furred Rat.htm
http://www.das-maeuseasyl.de/doku.php/arten/vielzitzenmaus
http://www.diebrain.de/ma-vzm.html
http://schlaumaeuse.jimdo.com/trainees/vielzitzenmäuse/

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    july (Montag, 28 April 2014 22:50)

    Ich finde diesen Beitrag sehr hilfreich, vielen Dank :)

  • #2

    Lissy (Mittwoch, 25 Juni 2014 23:52)

    Sehr hilfreich danke :)

  • #3

    Vanessa (Donnerstag, 22 Oktober 2015 07:09)

    Hallo
    Toll diese Seite !!
    Daumen hoch

  • #4

    Vera Klinke (Freitag, 19 Februar 2016 16:11)

    Hallo, Ich habe /hatte zwei Gruppen VZM. 2 Männchen 4 Weibchen, auf 2 Käfige. Nach etwa 2 Wochen hat das eine Männchen beide Partnerinnen tot gebissen, das andere lebt nur noch mit einer Partnerin. der erste Nachwuchs wurde ebenfalls gefressen.