Muss es immer Maus sein?

In der Haltung von Nattern und Riesenschlangen ist es inzwischen Standard die Tiere mit Frostfuttertieren aus industriellen Großzuchten zu ernähren. Das bringt viele Vorteile mit sich, wie immer verfügbare und frische Tiere in passender Größe und ein niedriges Verletzungsrisiko. Aber auch Probleme - die bei einem langlebigem Tier wie einer Schlange nicht direkt ins Gewicht fallen müssen. Darauf, auf Vor- und Nachteile und Alternativen in der Fütterung möchte ich hier eingehen.


In Fachhandel und diversen Onlineshops gibt es Nager in guter, wenn auch meist nicht bester, Qualität. In der Regel Mäuse und Ratten. Die meisten Halter sind dazu übergegangen aus verschiedenen praktischen und preislichen Gründen diese Tierarten ausschließlich zu verfüttern.
Dieses Futterkonzept funktioniert recht gut und unkompliziert. Eine Maus/Ratte enthält mehr oder weniger alles, was ein Tier zum überleben braucht, sie sind gut lagerfähig und unkompliziert in der Handhabung und Zucht.
Allerdings kann es auch in Zusammenhang mit diversen Problemen in der Haltung gebracht werden wie Fettleibigkeit, Legenot, zu langsames oder zu schnelles Wachstum, Mangelerscheinungen, Befall von bestimmten Parasiten im Magen-Darm-Trakt und der immer kürzer werdenden Lebenserwartung unserer Schützlinge.
Die meisten dieser Probleme sind nicht nur auf die Art der Futtertiere zurück zu führen, aber wenig abwechslungsreiche Nahrung.

Schauen wir uns doch einmal an, wie und was die Tiere in der Natur fressen. Die aller wenigsten Arten von Nattern und Riesenschlangen, die klassischerweise im Hobby gepflegt werden, sind Nahrungsspezialisten. Im Gegenteil - die Meisten Arten fressen mehr oder weniger jedes Tier, dass sie bewältigen können sowie Eier, Insekten und teilweise auch Kadaver.


andere Nagerarten

Am naheliegensten ist es, sich auch mal bei anderen Nagerarten um zuschauen. Goldhamster (Mittelhamster), Rennmäuse/Gerbils, Degus, verschiedene Zwerghamsterarten, Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Vielzitzenmäuse, Knirpsmäuse und Steppenlemminge sind nur einige Nagerarten die in großen Mengen problemlos in der Hobbyhaltung nachgezogen werden und - nicht immer im ausgewachsenem Zustand - Abwechslung auf den Speiseplan unserer Tiere bringen.

Einige dieser Arten haben den Ruf gehaltvoller zu sein als Farbmäuse, so zB. Meerschweinchen, Rennmaus, Vielzitzenmaus und Degu. Was sie zu einem wertvollerem Futter für zuchtaktive Weibchen, zum Aufbau der Tiere und zur Aufzucht macht.
Weder widerlegen noch bestätigen kann ich, dass Rennmäuse einerseits auch bei schwierigen Fressern sehr gut akzeptiert werden sollen andererseits angeblich einen massiveren Schädel als Farbmäuse besitzen, was zu Veraudauungsproblemen führen können soll.

Knirpsmäuse eignen sich besonders gut für junge Schlangen, die nicht ans Futter gehen, weil der Beutereiz bei Farbmäusen gleicher Größe zu gering ist. Bei gleichem Körpervolumen sind sie schon deutlich agiler und mobiler und fordern so eher zum Schlagen auf.

 


Geflügel

Viele unserer Pfleglinge fressen in freier Wildbahn gerne und oft Vögel. Leider wird in der Hobbyhaltung behauptet, dass der Kot nach einer Geflügelfütterung "breiiger" sein soll und angeblich stärker riecht. Beides kann ich aus meinem Bestand nicht bestätigen. Kot sollte sowieso umgehend entfernt werden, eine Geruchsbelästigung ist in einem gut gepflegten Bestand also in keinem Fall gegeben.

Das Risiko, dass die Geflügelfütterung mit sich bringt, ist die übertragung von Krankheiten (Parasiten) vom Futtertier auf die Schlange. Reptilien und Vögel stehen sich vom Entwicklungsstand noch recht nahe was eine Übertragung wahrscheinlicher macht als bei Säugetieren. Dieses Risiko ist aber auch nicht zu überschätzen. Vögel aus hygienischen Zuchten können Problemlos verfüttert werden.

Geeignete Arten sind zum Beispiel Zebrafinken, Tauben, Wachteln und Hühner. Wie auch bei den Nagern können alle Entwicklungsstufen genutzt werden. Immer erhältlich sind im Handel Eintagsküken. Bei den Tieren handelt es sich meist um überschüssige Hähne aus der Legehennenproduktion. Durch den Kauf dieser Tiere kann dem Tod dieser Tiere also auch noch ein gewisser Sinn gegeben werden.

Meist ist die Akzeptanz von Geflügel - gerade bei schwierigen Fressern - höher als die für Nager. Hier bietet sich eine Geflügelfütterung an.
Besonders Küken haben eine niedrige Energiedichte. Sie eignen sich gut als Futtertiere, wenn Gewicht reduziert oder gehalten werden soll.

Möchte man die Tiere nicht selbst züchten, lohnt es sich beim örtlichen Kleintierzuchtverband/Taubenzuchtverein anzufragen. Einige Geflügelarten sind aber auch problemlos im Fachhandel erhältlich.


Teilstücke

Auch das Füttern von Teilstücken von Tieren ist möglich. Sehr gerne fressen alle Nattern Hühnerherzen. Sie eignen sich auch gut als Stopffutter und sind eine Möglichkeit Jungtier ans Futter zu bringen. Bei Riesenschlangen sind Hühnerschenkel eine Möglichkeit der Fütterung sowie Puten und Hühnerhälse.

Diese Art der Fütterung ist recht Nährstoffarm, aber Proteinreich und als ausschließliches Futter nicht geeignet. Bei einer Zwischenmahlzeit aber durchaus möglich.


Eier

Nicht nur Eierschlangen fressen in der Natur Eier, auch die meisten Nattern nehmen gerne Eier an - brauchen nur etwas, bis sie eine Technik entwickelt haben um das Ei fest zu halten. Alle Vogeleier in entsprechender Größe sind geeignet, einige Arten nehmen sogar Eier von Reptilien an.

Bei den ersten Fütterungsversuchen kann es von Vorteil sein gekochte Eier an zu bieten, damit - sollte sich die Schlange nicht sonderlich geschickt anstellen - das Ei nicht ausläuft.

Im Gegensatz zu Eierfressern würgen die meisten Nattern die Eierschale nicht wieder aus. Sie sind damit ein hervorragender Lieferant für Kalzium und für Weibchen nach der Winterruhe.


Fisch

Einige Arten fressen in der natur Fisch. Je nach Fischart variiert die Zusammensetzung wichtige Spurenelemente und Vitamine sind im Fisch in niedrigerer Konzentration enthalten, als in Nagern oder Vögeln. Soll Fisch also als einziges Nahrungsmittel angeboten werden, sollte mit einem entsprechendem Präparat der Mangel ausgeglichen werden. In der Strumpfbandnatterhaltung wird hierfür zB. Korvimin verwendet.


Reptilien und Amphiebien

Nicht ungewöhnlich ist das Fressen von anderen Schlangen, Echsen aber auch Fröschen und Lurchen in freier Wildbahn. Da einige Reptilien inzwischen massenhaft nachgezogen werden, sind auch sie nicht länger eine unzugängliche Futterquelle. Hier besteht allerdings eine erhöhte Gefahr Infektionen wie Cryptosporidien zu übertragen. Um so wichtiger ist es Nachzuchten aus einem gepflegten Bestand zu verfüttern. Auch wenn der Preis niedrig ist - Wildfänge sollten aus gesundheitlichen und ethischen Gründen nicht verfüttert werden.

Leicht zu erhaltene und Preiswerte Arten sind zB. junge Nattern, junge Bartagamen, Jungferngeckos und Leopardgeckos. Bei Amphibien sind momentan nur wasserbewohnende Arten wie Axolotl und Krallenfrosch ausreichend als Nachzuchten verfügbar. Diese werden wohl nur von wasserbewohnenden Schlangenarten problemlos angenommen.


Insekten und Würmer

Vor allem Neonate fressen in freier Wildbahn auch Insekten und Würmer. Persönlich habe ich noch keine dieser Tiere verfüttert. Es gibt aber positive Berichte zu Tauwürmern und Grillen bei verschiedenen Natterarten.


Die Futtertiergröße

Neben der Futtertierart möchte ich auch die Futtertiergröße noch kurz erwähnen. Ein gesundes Tier muss nicht immer die maximal mögliche Futtertiergröße fressen. Oft tut es dem Tier besser abwechslungsreicher aber mit kleineren Futtertieren versorgt zu werden.


Futterintervall

Das gleiche gilt für das Futterintervall. Viele Halter könnten in dem Bereich umdenken und zum Wohle der Tiere etwas abrücken von dem "so oft wie möglich" - besonders bei ausgewachsenen Tieren - sich eher in die Richtung "so oft wie nötig" orientieren. Für ein ausgewachsenes Kornnattermännchen zB. ist eine Fütterung alle drei Wochen mit einem mausgroßem Futtertier bei nicht zu warmer Haltung vollkommen ausreichend.


Alles in allem trägt es zur Gesundheit und naturnahen Haltung bei, Abwechslungsreich zu füttern und die Fütterung unbedingt den Bedürfnissen und Wohlergehen des einzelnen tieres an zu passen.

Selbstverständlich hat jedes Tier seine eigenen Vorlieben und Gewohnheiten. Verzweifelt also nicht, wenn das ein oder andere futterangebot nicht (sofort) angenommen wird.


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Kommentare: 13
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