Streit in der Campbell-Gruppe. Erkennen, Beurteilen und Handeln.

Drei Damen vom Grill - Campbellshamster in der Gruppe

Noch ist die Gruppenhaltung als Haltungsansatz für Campbell Zwerghamster noch sehr jung und es fehlen viele Erfahrungswerte bzw. sind noch nicht in der Form verfügbar dass der Hamstergruppen-Anfänger sie zur Verfügung hätte. Hier ein Beitrag zu einem der Häufigsten Probleme mit dem sich Halter an mich wenden: Die Gruppe ist unharmonisch und zerstreitet sich.

Unbestreitbar sind Campbells aber sehr soziale Tiere, die in der Gruppe aufblühen und nur die Gruppenhaltung für einen gesunden Campbell eine artgerechte Haltung sein kann.

Ich möchte hier einige Gründe und Lösungsvorschläge zusammen tragen.


Anzeichen für Probleme in der Gruppe

Zu aller Erst sollten wir klären, was echte Anzeichen für Probleme innerhalb der Gruppe sind oder sein können.

Campbells sind nicht die stillsten Haustiere. Gelegentliches "Quietschen" gehört zu ihrer Form der Kummunikation. Gelegentliche Geräusche gerade wenn man sich gerade uneinig ist oder der Artgenosse auf einem herum trampelt sind also ganz normal. Einige Hamster, besonders solche die schon einmal Probleme mit anderen Hamstern hatten oder zu früh vom Züchter abgegeben wurden, haben dazu eine besonders niedrige "Quitsch-Grenze". Als Halter muss man seine Gruppe und ihr Verhalten also kennen. Holt man eine Hamster-Gruppe vom Züchter ab kann es sich lohnen danach zu fragen  ob sie viele Laute von sich geben oder eher still sind um später einschätzen zu können: Ist dieser Geräuschpegel normal? Oder habe ich ständige Auseinandersetzungen in der Gruppe und die Hamster versuchen durch diese Laute einen aggressiven Artgenossen ab zu wehren?
Sollte die Gruppe besonders Laut werden und ungewöhnlich viel quietschen ist es auch wichtig fest zu stellen, ob die Geräusche von einem bestimmten Tier ausgehen. Häufig ist es einer der besonders empfindlich ist oder besonders viel einstecken muss.

Generell ist aber zu sagen: So lange sie bei Streitereien quietschen ist die Situation in der Regel nicht zu verfahren. In geräuschvollen Auseinandersetzungen ist ein Hamster klar der Überlegene, es werden maximal kleine Bisse verteilt und der Unterlegene kann in der Regel noch flüchten.

Ein Zeichen für Probleme ist auch immer die Gewichtsabnahme. Ein gesunder und zufriedener Campbell ist selten mit leeren Backentaschen zu sehen (ausreichend Futter sollte immer zur Verfügung stehen) und erweckt einen leicht pummeligen Eindruck ohne das Fett am Bauch herabhängt. Eine Taille sollte leicht zu erkennen sein und die Wirbelsäule nur mit Druck tastbar sein.
Ist das nicht der Fall, hat das Tier häufig leere Backen, Putzt sich vielleicht schlechter und hat es Gewicht verloren kann ein Grund Stress in der Gruppe sein. Aber auch jede andere Form von Stress kann in Frage kommen und sollte vor einer Gruppenstrukturänderung überprüft werden wie: Trächtigkeit und Aufzucht, zu wenig tierisches Eiweiß im Futter, Krankheit allgemein (!),...auch Hamster die einzeln gehalten werden zeigen häufig einen deutlichen Gewichtsverlust. Mit einem Gewichtsverlust ist ein erhöhter Ketose-Wert im Urin nachweisbar. Dies muss kein Anzeichen für Diabetes sein.

Sehr unruhiges Verhalten ist ein weiteres allgemeines Stresssymptom. Die Tiere laufen viel umher, versuchen aus dem Gehege zu entkommen oder zeigen Gitternagen. Dieses Verhalten tritt in der Regel mit der Gewichtsabnahme gemeinsam auf. Auch dieses Verhalten kann viele Gründe haben, die erst geklärt werden müssen, bevor man die Gruppenstruktur angreift. Diese Gründe können u.a. sein: Stress durch die Umgebung, Krankheit, zu wenig Verstecke, zu wenig Platz, Trächtigkeit, Angst oder einfach nur einen sehr aktiven Hamster.

Gegenteilig und besonders bei schüchternen Hamstern zu beobachten ist das Verstecken und Ängstlichkeit. Der Hamster zieht sich zurück, wird scheu und verlässt sein Versteck kaum noch. Wenn, dann ist er sehr schreckhaft und verschwindet bei der kleinsten Störung wieder in seinem Versteck. Andere Gründe als Gruppen-Probleme können aber auch hier wieder Krankheit, Angst vor dem Menschen, eine unruhige Umgebung oder zu wenig Deckung im Gehege sein.

 

Ein weiteres seichtes Anzeichen ist, wenn ein Hamster bestimmte Gebiete des Geheges nicht mehr betreten darf und dort vertrieben wird. Dieser Punkt ist häufig für den Laien schwer ein zu schätzen, da es durchaus normal ist - besonders für dominante Weibchen - ihr eigenes Nest und ihre eigene Vorratskammer an zu legen, die von den anderen Gruppenmitgliedern nicht betreten werden darf. Das ist normales Verhalten und darf nicht mit aggressivem Verhalten verwechselt werden.

Deutlich ist das Jagen eines Gruppenmitgliedes. In der Regel nur das dominante oder direkt dominantere Tier verjagt das unterlegene konsequent. Es darf sich nirgends im Gehege mehr aufhalten und sucht sein Heil in der Flucht. Der Gejagte sieht es oft als einzigen Ausweg sich zu vertecken. Dieses Verhalten kann aber auch in ganz normalen und friedlichen Hamsterauseinandersetzungen gelegentlich (!) vorkommen und ist kein Grund zur Panik. Besonders oft sieht man dieses Verhalten bei Weibchen gegenüber (kastrierten) Männchen.

 

Boxen. Boxen schaut einfach entzückend niedlich aus und ist ein normales und friedliches Verhalten von Campbells um kleinere Streitigkeiten aus zu tragen. Die Tiere sitzen sich dabei gegenüber und "boxen" sich mit ihren Pfötchen. Oft von lautstarkem Gequietsche begleitet. Verlierer ist der Hamster der zuerst auf den Rücke fällt (und dann in der Regel noch unterworfen wird) oder das Weite sucht. Oft schlafen Hamster bei diesem Verhalten auch ein ;-) . In Problem-Gruppen gehen diese Auseinandersetzungen nicht in ein einfaches Unterwerfen über sondern in Beißereien. Oft wird das unterlegene Tier nach dem es sich unterworfen hat weiter auf dem Rücken liegend malträtiert und nicht mehr in Ruhe gelassen. Je nach Hamstergruppe können die "Traditionen" bei diesen Rangeleien aber unterschiedlich sein. Was bei der einen Gruppe schon als aggressiv gewertet werden muss ist bei der anderen noch ganz normal.

 

Der Streithammel ist ein Hamster, der klar Streit anfängt. Das kann spielerisches Verhalten sein und ist besonders bei Männchengruppen zu finden, kann aber auch aggressiv sein oder auf Probleme in der Gruppenstruktur hindeuten. Dabei rennt ein Tier auf ein anderes zu und zwickt es in das Hinterteil oder den Nackenbereich. Einige Hamster schlagen auch mit der Pfote. Wert sich der andere wird geboxt oder gekugelt. Wert sich der andere nicht kehrt wieder Frieden ein und/oder der Attakierte sucht das Weite.
Bei einem ähnlichen Verhalten nährt sich der Streitsuchende dem anderem Hamster langsam von der Seite. Versucht an sein Kin zu kommen und schiebt sich mit dem Bauch nach oben unter den Angegriffenen, der in der Regel in Abwehrhaltung geht und das Maul öffnet. Nun fängt der unten Liegende an zu quietschen und zu boxen. Normal ist dieses Verhalten bei frisch vergesellschafteten Hamstern in den ersten Stunden. Bei einer eingefahrenen Gruppe sollte es nur ausnahmsweise auftreten.

 

Ein ganz eindeutiges Zeichen ist die offene Aggression. Wird die Auseinandersetzung handfest läuft sie ohne Geräusche ab. Oft springt ein Tier das andere regelrecht an. Oft wird in den Nacken oder bei Verfolgungsjagden in das Hinterteil gebissen. Die aggressivsten Auseinandersetzungen hat man bei zwei gleich dominanten Tieren. Hier tritt das sogenannte "Kugeln" auf. Die Tiere verbeißen sich in das jeweilige Hinterteil des anderen und bilden eine (stille) Kugel, die im Streit hin und her rollt. Das hört sich Lustig an, ist es aber nicht. Solche Tiere müssen sofort getrennt werden.
Eine typische sehr aggressive Lautäußerung von der Verfogungsjagden oft begleitet werden oder die in die Ecke getriebene Campbells zeigen ist das Zähneknirschen.

 

Einzelne dieser Auffälligkeiten tauchen durchaus auch in einer gesunden Gruppe auf oder können andere Gründe als Rang- und Revierschwierigkeiten haben. Wer seine Hamster beobachtet und unsicher ist sollte also immer auch seinen gesunden Menschenverstand benutzen. In der Regel wird zu früh eingegriffen und so mehr in der Gruppe zerstört als geheilt.


Ursachen für Streitereien und Lösungsansätze

Je nach Situation könne die Gründe für Gruppenprobleme vielfältig sein. Um eine sichere Problemlösung zu finden und die Hamster nicht zu überfordern ist unbedingt ein Problem nach dem anderen an zu gehen und zu überprüfen!

 

Fall 1: Unvollständige Vergesellschaftung

Sehr häufig trifft dieser Fall zu. Die Tiere wurden dann meist zu kurz in der Vergesellschaftungsbox gelassen, zu oft gestört oder in der Zeit anderem Stress aus gesetzt. Dies führt dazu, dass sie noch keinen echten Gruppengeruch entwickelt haben wenn sie in ein großes und voll eingerichtetes Gehege umziehen. Oft zerbricht die kleine Notgemeinschaft dann wieder. Deswegen muss behutsam und ausreichend vergesellschaftet werden. Ich empfehle Zusammensetzen in einer Box, hoch mit Streu und sehr viel Heu eingestreut. Zwei Wassernäpfe und viel eingestreutes Futter. Zeigen die Tiere keine offenen Aggressionen bleiben sie drei Tage zusammen in dieser Box. Dann wird langsam Einrichtung eingestellt: Besonders Laufrad und Verstecke. Nach frühestens sieben Tagen werden die Tiere in das eigentliche Gehege gesetzt. Wichtig ist dabei, dass das Streu aus der Vergesellschaftungsbox gleichmäßig in das Gehege eingebracht wird und auch die Einrichtug mitgenommen wird.

 

Fall 2: Schlecht sozialisierter Hamster

Dies trifft auf alle Hamster aus Zooläden und Notfällen zu. Gut sozialisiert ist ein Hamster, der bis zur achten, besser zwölften Woche in einer gleichgeschlechtlichen Gruppe mit älteren Tieren leben durfte und erst dann abgegeben wird. Dort lernt ein junger Campbell Konflikte lösen und austragen, sich unter zu ordnen und optimalerweise auch den Umgang mit Jungtieren.
Leider werden Campbells gerne zu früh abgegeben. Sechs Wochen sind ein gängiges Abgabealter und sehr bequem für den Züchter aber zu jung für einen Hamster der in eine neue oder instabile Gruppe mit gleich alten Tieren kommt. Spätestens mit eintreten der Geschlechtsreife und Ausfechten von Rangordnung und Positionen werden solche Gruppen fast immer problematisch. Achtet also darauf Tier zu kaufen, die alt genug sind und gut sozialisiert aufgewachsen sind. Zumindest ein oder zwei Tiere der Gruppe sollten sozial erfahren und ein gesundes Sozialverhalten zeigen, wenn sich das Zusetzen jüngerer Tiere nicht vermeiden lässt.

 

Fall 3: Krankheit

 

Ein normales Verhalten, jeder Tierart die als Gruppe zusammen lebt, ist das Ausgrenzen von kranken Tieren. Kranke Tiere gefährden in der Natur die Gruppe, sind ein Schwachpunkt in der Gruppe und in der Regel Ressourcenverschwendung. Deswegen werden diese Tiere ausgesondert.
Aber auch ein erkranktes Tier kann aggressiv gegenüber seinen Gruppenmitgliedern sein. Schmerzen und ein erhöhter Nahrungs-/Wasserbedarf lässt gerade Diabetes-Hamster oft zu Furien werden. Auch leicht erkrankte Hamster, die um ihren Rangplatz fürchten werden häufig aggressiv gegenüber einem oder mehreren Gruppenmitgliedern. Ein Gang zum Tierarzt mit allen verdächtigen Tieren schadet bei Gruppenproblemen also auf keinen Fall.

 

Fall 4: Gruppenstrukturänderung

 

Stirbt ein Hamster aus der Gruppe, wir ein Neuer dazu gesetzt, wirft ein Weibchen, wird ein Gruppenmitglied erwachsen und fordert eine neue Stellung in der Gruppe ein oder baut ein Gruppenmitglied altersbedingt ab ändert sich auch oft die Rangordnung einer eingespielten Gruppe. Dieses Problem hat der Hobbyhalter naturgemäß sehr oft. Viele Halter haben eine große, gut funktionierende Gruppe, die "zerbricht" nachdem ein Tier aus der Gruppe verstorben oder vermittelt wurde. Oft bauen sich so Gruppen nach und nach ab, bis nur noch Einzeltiere gehalten werden. In meinen Augen ist das der falsche Weg und oft auch dem Unwissen oder Überempfindlichkeit der Halter geschuldet. Ändert sich die Gruppenstruktur ist unbedingt auf Routine, wenig Eingriffe in das Gehege und reichlich Fütterung und Ausweichmöglichkeiten zu achten. Sollte gar keine Ruhe einkehren oder die Aggressionen zu direkt werden hilft in der Regel eine erneute Vergesellschaftung der Tiere bei der bei "Null" angefangen wird. Bei zu großen Problemen sollten die Tiere dafür 24 Stunden vorher getrennt werden.

 

Fall 5: Zu oft sauber machen, zu große Gehege und falsche Einrichtung.

 

Viele Hamsterhalter sind sehr reinlich und gestalten ihre Hamstergehege liebevoll und voller Details und Hingabe. Entsprechend oft und gründlich wird das Hamsterheim gereinigt und gestaltet. Dabei bleibt aber der Hamster auf der Strecke. Er markiert und legt im Gehege Wege ab die er regelmäßig abläuft und inspiziert. Wird zu gründlich und zu oft sauber gemacht verliert sich der Geruch. Jedes mal muss neu markiert und jedes mal faktisch ein Gehege neu in Besitz genommen werden. Lieblingsplätze müssen neu verteilt werden und oft geht ein Teil des Gruppengeruches verloren. Das führt häufig zu Streitereien. Deswegen sollte nicht zu gründlich geputzt werden. Wenn dann empfiehlt es sich nur 50% des Einstreus zu wechseln oder zumindest mit gebrauchten Streu zu "überstreuen".
Der gleiche Effekt kann eintreten, wenn das Gehege zu groß ist oder zu große Freiflächen vorhanden sind.

 

Fall 6: Zu viele Störungen

 

Warum schaft man sich einen Hamster an? Natürlich weil man ihn toll findet und sich mit ihm beschäftigen möchte. Es ist auch nur normal, dass gerade die ersten Tage mit dem neuen Haustier etwas ganz besonderes und sehr spannend sind. Trotzdem: Gerade in den ersten Tagen braucht die Hamstergruppe viel Ruhe um ihre Struktur zu finden und das neue Gehege in Besitz zu nehmen. Auch wenn sie gleich am ersten Abend um Leckerchen betteln heißt es: Geduld haben und die Tiere erst mal machen lassen. Finger weg und nicht ins Gehege eingreifen. Durch zu viel Störung, Rausnehmen und Zurücksetzen sowie besonderes Verwöhnen von einigen Hamstern ist erstmal Tabu. Sonst kann es zu Problemen bei der Gruppenfindung im neuen Revier kommen. Solte das Kind schon in den Brunnen gefallen sein solte der Halter die Tiere ab sofort komplett in Ruhe lassen. Tritt nach einer Woche keine Besserung ein muss wahrscheinlich neu vergesellschaftet werden.

Fall 7: Trächtigkeit

 

Trächtige Weibchen und Weibchen die frisch geworfen haben ziehen sich oft in ein eigenes Nest zurück und lassen nur ihre besten Freundinnen mit bei den Babys schlafen. Dieses Verhalten ist vorübergehend und bedenkenlos.

 

Fall 8: Charaktertiere/Gleich dominante Tiere

 

Hamster sind Charaktertiere mit ihren eigenen Vorlieben und besonderen Verhaltensweisen. Problematisch kann das in der Gruppe werden, wenn man zwei Charakterköpfe hat, die gleich dominant sind und sich keine klare Ordnung zwischen den zwei Tieren ausbilden kann oder ein sehr dominantes Tier ein sehr zartes und zurückhaltendes Tier ständig unterdrückt. Dies ist einer der wenigen Fälle in dem eine Gruppenänderung (Gruppentrennung oder Vergrößerung) sinnvoll ist.

 

Fall 9: Falsche Verhaltensinterpretation

 

Wie oben schon erwähnt ist für die meisten Halter eine Hamstergruppe etwas vollkommen Neues. Besonders Einzel-Hamster-Erfahrene interpretieren das Verhalten einer Gruppe oft falsch und überempfindlich. Selbstverständlich wird in einer Gruppe mal spielerisch gerauft, selbstverständlich nimmt mal einer dem anderen das Futter weg und selbstverständlich gibt es auch mal kleine Auseinandersetzungen oder Eiszeiten zwischen den Tieren. Es sind eben kleine Persönlichkeiten. Trotzdem immer noch Hamster. Deswegen ist es wichtig nicht jedes Umgeschuppse und Gequitsche auf die Goldwaage zu legen und auch die Tiere mal einfach in Ruhe zu lassen. Wenn etwas die Gruppenharmonie zerstört dann ständige Eingriffe in das Leben und Verhalten der Tiere, Rumfummeln, ändern der Gruppenstruktur und Bevorzugung scheinbar bedürftiger Tiere.

 

Fall 10: Hybriden

Zwischen Baum und Borke vom Verhalten stehen Hybriden. Auch wenn sie gut sozialisiert wurden (was selten der Fall ist, weil sie in der Regel aus unseriösen Zuchten stammen) ist das Dsungarenblut nicht zu unterschätzen. Gibt es Probleme mit einem Hybriden in der Gruppe ist es am besten zu versuchen, dass Tier einzeln zu setzen, bevor weitere Vergesellschaftungsversuche und Maßnahmen ergriffen werden. Zeigt es dann nicht die typischen Stresssymptome wie Unruhe, Gewichtsverlust, leere Backentaschen und Verhaltensänderung gegenüber dem Pfleger ist so ein Hamster wahrscheinlich in Einzelhaltung besser untergebracht.

 

Fall 11: Ressourcenknappheit

Nur der Vollständigkeit halber zu erwähnen: Werden die Tiere nicht artgerecht gefüttert und steht nicht ausreichend Eiweiß und Flüssigkeit zur Verfügung kann das natürlich Aggressionen auslösen und auch zum töten und verspeisen von Gruppenmitgliedern führen.

Fall 12: ehemalige Familienhamster

 

Hat ein Hamster schon einmal längere Zeit in einer unkastrierten Pärchenhaltung gelebt ist es oft sehr schwer in wieder in eine gleichgeschlechtliche Gruppe zu intergrien, die nicht aus seinen direkten Nachkommen besteht, welche bei ihm aufgewachsen sind. In diesem Fall ist viel Fingerspitzengefühl gefragt und die Vergesellschaftung mit recht jungen Hamstern am einfachsten (Probleme die dabei aber auftreten können, siehe "schlecht sozialisierte Hamster"). In einigen Fällen ist eine Kastration der einzige Weg um den Hamster artgerecht in Pärchenhaltung unterbringen zu können. Dies ist der einzige Fall in dem eine Kastration von Campbell-Zerghamstern nötig und sinnvoll sein kann.

 

Fall 13: Mädchensachen

 

Weibliche Hamster werden ca. alle 4 Tage paarungsbereit. Bei einigen Damen kann man in diesen Zeiträumen eine bessondere Verträglichkeit oder untervträglichkeit mit Männchen oder anderen Weibchen beobachten. Besonders bei jungen Damen haben die anderen Gruppenmitglieder oft viel ein zu stecken. Dieses Verhalten tritt nicht bei allen Hamster-Damen auf, ist aber ganz natürlich und bedarf keines Eingreifens, so lange sie sich in gewissen Grenzen bewegt. Auch deswegen sind Männchengruppen in der Regel stabiler und für den Einsteiger die bessere Wahl.


Wann ist ein Hamster besser alleine untergebracht?

Einige wenige Champbell-Zwerghamster sind als Einzelhamster zufrienener und bessser untergebracht. Dies ist aber die absolute Ausnahme. Ein normal sozial veranlagter Campbell wird in Einzelhaltung sehr nervös und scheu. Oft reagiert auch ein zuvor in der Gruppe zutrauliches Tier plötzlich ängstlich und mit Abwehrverhalten auf den Menschen. Die meisten Tiere nehmen in Einzelhaltung deutlich ab und sind kaum noch mit gefüllten Backentaschen zu sehen.

Zeigt der Hamster dieses Verhalten nicht, wird er sogar ruhiger und zutraulicher oder nimmt er sogar an Gewicht zu ist eine unterbringung für ihn in Einzelhaltung die bessere Lösung.


Wenn Du nun eine schwierige Gruppe Zuhause hast oder unsicher bist, wende dich im Zweifelsfall an den Züchter deines Vertrauens oder zB. an diese Facebookgruppe:
https://www.facebook.com/groups/500576846691757/?fref=ts

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Kommentare: 8
  • #1

    Wendt Melanie (Mittwoch, 11 Dezember 2013 16:23)

    Ja genau sowas wollt ich haben,

    DANKE !!

  • #2

    möbius mario (Mittwoch, 11 Dezember 2013 22:59)

    viiiiielen dank.... (y)

  • #3

    Dagmar Göstl (Donnerstag, 12 Dezember 2013 22:05)

    Supi, damit kann man doch mal was anfangen

    Dankeschön

  • #4

    Malin Schmitz (Samstag, 11 Januar 2014 19:01)

    Lieben Dank, so hast Du mir das mühsame Texten erspart :)! Habe den Blog auf unserer FB-Seite und Homepage verlinkt ;).

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    Margarite Mcnees (Donnerstag, 02 Februar 2017 04:30)


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