"Ringneck" bei der Kornnatter

Zu aller erst: Die hier beschriebenen Beobachtungen beziehen sich ausschließlich auf meine persönlichen Beobachtungen bezüglich einer meiner Kornnatter-Zuchtlinien. Die allgemeine Gültigkeit kann ich also nicht garantieren. Ich hoffe aber Züchtern einen Denckanstoß zu geben auch auf scheinbare Kleinigkeiten und Details zu achten. Auch - oder gerade - in der Reptilienzucht.


Ringneck Kornnatter

2010 erwarb ich eine Projektgruppe Wildfarbener Tiere het. Hypo, Kastanie und Anery, wie sich später herausstellte. Bekannt ist mir nur, dass der Kastanie-Teil der Abstammung auf Tiere von F. Schaub zurück geht. Auffällig an den Tieren war sofort: Alle Drei (1.2) zeigen die Typische Halsbandzeichnung. Einen "Ringneck". Eine Kopfzeichnungsform, die ich bisher nicht in meinem Bestand hatte und sehr ansprechend fand.

2012 verpaarte ich das Männchen mit beiden Weibchen. Es bestätigten sich nicht nur die Spalterbig vorliegenden Erbanlagen (und, dass Anery Kastanie hervorragend maskiert), sondern es zeigten sich auch auffällig viele Tiere mit Halsbandzeichnung. Aus Gelege Nr. 1 Trugen 11 von 16 das Halsband, aus Gelege Nr. 2 10 von 11. Zu dem Zeitpunkt machte ich mir die ersten Gedanken über erblichkeit des Merkmals. Eine auffälligkeit bei der Geschlechterverteilung konnte ich nicht fest stellen.

2013 verpaarte ich eines der Weibchen mit einem weitestgehend unverwandten Männchen ohne Halsbandzeichnung mit 50% Key-Kornnatter-Blut (auch er ist Kastanie-Träger, ob auch diese Tiere direkt vom F. Schaub stammten kann ich nicht bis ins Detail klären), Bloodred/Diffused oder Masque hat er - soweit bekannt - nicht im Stammbaum. Es schlüpften 21 Neonate. 11 davon mit Halsband. Bis auf zwei Tiere, die den typischen "Pfeil" als Kopfzeichnug Tragen, haben alle Tiere des geleges eine sehr stark ausgeprägte Kopfzeichnung, bei der der typische "Pfeil" auf  drei Striche/Punkte reduziert ist und der Rest des Kopfes die Färbungd er Sattelflecken trägt. Auch hier ist weder ein Zusammenhang mit der Farbvariante noch dem GEschlecht feststellbar.

 

Der stark erhöhte Anteil von "Ringneck" und die Verhältnisse in den Drei Gelegen geben Hinweise auf eine dominante Vererbung der Zeichnung in der obene beschriebenen Linie. Besonders im Vergleich mit anderen Gelegen aus meiner Zuchtlaufbahn. Ich meine auch bei anderen Gelegen, eine Häufung von bestimmten, anders ausfallenden Kopfzeichnungen festsstellen zu können. Tiere mit Halsband hatte ich aber vorher und nachher nur in einem weiterem Gelege. Zwei Neonate zeigen die Zeichnung aus: Salinski Mandarin X Salinski Sunglow. Die Mutter dieses Geleges hat einen normal gezeichneten Kopf. Beim Vater, den ich erst als Adulti in meinem Bestand aufgenommen habe, kann man wegen seiner intensiven Färbung keine Kopfzeichnung mehr sicher erkennen. Ich kann also nicht beurteilen ob er "Ringneck"-Besitzer ist, oder nicht.
Tiere und Gelege aus Zeichnungsvarianten habe ich bei meiner internen Foto-Rechearche natürlich nicht berücksichtigt.

Ein weiteres Tier in meinem Bestand ziert ein Halsband: Ein Okeetee Weibchen. Auch die Mutter dieses Weibchens trägt ein Halsband (0.1 Okeetee het. SK bei WoO). Die ersten Nachzuchten werde ich hoffentlich dieses Jahr von ihr erhalten.

Selbstverständlich werde ich mit den Tieren und dem Merkmal weiter arbeiten und in den nächsten Jahren noch einiges ergänzen können und vielleicht auch Klarheit schaffen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass es erblich ist. Ob es sich um einen (ungewollten) Linienzucht Effekt oder um ein eigenständiges, dominantes Gen handelt kann ich aber noch nicht sagen.



Kommentar schreiben

Kommentare: 0