Qualzuchten der Ratte

In vielen Bereichen der Tierzucht wird sehr bewusst und kritisch mit dem Thema Qualzucht umgegangen. So werden bei der Farbmaus Rex und dominant  Rot Varianten in der Regel nicht gezüchtet, bei Kornnattern haben sich nach wie vor schuppenlose Tiere in der EU dankenswerter Weise nicht durchgesetzt und auch in der Aquaristik stehen die meisten Halter stark Körperform-verändernden Zuchtformen wie extrem vergrößerten Flossen oder Wirbelsäulenverkrümmungen kritisch gegenüber. Leider sieht es in der Rattenzucht in großen Teilen der Rattenzuchtgemeinschaft nicht so aus. Im Sinne der Tiere möchte ich hier einmal darauf eingehen.


Was ist eigentlich eine Qualzucht?

Grundlegend gibt ein Gutachten (Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen)) zum Tierschutzgesetzt darauf Antwort:

"Der Tatbestand des § 11b des Tierschutzgesetzes ist erfüllt, wenn bei Wirbeltieren die durch Zucht geförderten oder die geduldeten Merkmalsausprägungen (Form-, Farb-, Leistungs- und Verhaltensmerkmale) zu Minderleistungen bezüglich Selbstaufbau, Selbsterhaltung und Fortpflanzung führen und sich in züchtungsbedingten morphologischen und / oder physiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind"
Um eine Qualzucht handelt es sich zusammengefasst also, wenn:
  • Das Tier durch die Zuchtbedingte Veränderung Leiden oder Schmerzen erfährt
  • Es in seinem natürlichem Verhalten eingeschränkt ist
  • Leiden und Schmerz liegen auch dann vor, wenn der "Schaden" im Vergleich zum gesunden Tier nur geringfügig aber dauerhaft ist
  • Das Tier psychisch oder physisch beeinträchtigt ist
  • Die Organe die, für die Lebensfähigkeit natürlich vorgesehende Funktionen, nicht oder nicht zureichend erfüllen.


Eine Qualzucht liegt also kurz gesagt vor, wenn die Tiere dauerhaft körperlich oder psychischem Leid durch bewusste züchterische Veränderungen ausgesetzt sind.


Klassische Alarmsignale für Qualzuchten

Wodrauf muss man achten und was für Veränderungen kommen häufig bei verschiedenen Arten vor, wenn es um Qualzuchten geht? Hier eine kurze aber sicherlich nicht vollständige Auflistung gäniger Alarmzeichen:

Größe

Klassisch ist in der Tierzucht die Veränderung der Größe der gezüchteten Art. Oft sind besonders große Exemplare gewünscht (zB. bei Nagern), oft aber auch besonders kleine (zB. bei Riesenschlangen). Die Körpergröße ist vor allem dann als Qualzucht an zu sehen, wenn die gleichzeitig die Proportionen verändert werden. Jeder kennt sicherlich Beispiele aus der Hundezucht mit besonders großen Ohren, langen Rücken oder besonders viel Haut. Der umgedrehte Fall ist auch nicht selten. Besonders kurze Beine, besonders kurze schwänze oder Nasen sind ein häufiges Zuchtziel in der Heimtierzucht allgemein.

Zur Qualzucht werden kann auch die reine Größenveränderung, wenn zB. ein Tier so groß gezüchtet wurde, dass das Wachstum oder die Versorgung des eigenem Körpers vom Organismus nicht mehr einwandfrei geleistet werden kann. Auch ein, der Art nicht entsprechender Zwergwuchs, kann zum Problem werden, wenn Organe nicht im Verhältnis verkleinert vorliegen. Oft kommt es bei kleinwüchstigen Tieren auch zu Problemen bei der Reproduktion. Eier oder Welpen können häufig den Geburtstrackt nicht mehr passieren.

Gesichtsveränderungen

Als Qualzucht sind auch viele züchterische Veränderungen im Gesicht und an den Sinnesorganen zu bezeichnen. Herzvorquellende, besonders große oder kleine Augen, Ohren und Schnauzen sind ein häufiges Zuchtziel und gehen häufig mit vielen Einschränkungen einher. Nicht nur die Sinnesorgane selbst werden beeinträchtigt (entzündete Ohren, schlechtes Seevermögen...) sondern auch mit zahlreichen Begleit- und Folgeerscheinungen ist zu rechnen. Atemprobleme, Verwachsungen, Zahnfehlstellungen, Probleme bei der Aufzucht des Nachwuchses und eine vermehrte Verletzungsgefahr sind nur einige Punkte, die bei der Einordnung einer züchterischen Gesichtsveränderung zu berücksichtigen sind.

Schädelveränderungen

Uns erscheint ein großer, runder Kopf besonders niedlich. Nicht verwunderlich ist deswegen die Häufigkeit dieses Zuchtzieles. Es kann aber unerwünschte Nebenwirkungen und Spätfolgen haben. Bei einigen Hunderassen führt diese züchterische Veränderung der Kopfform zu einer schleichend fortschreitenden Hirnschädigung. Einige Rassen können aufgrund der besonders groß und massiv gezüchteten Schädel ihre Welpen nicht mehr auf natürlichem Weg auf die Welt bringen. Laut einer mündlichen Mitteilung sollen auch Show-Linien der Mittelhamster teilweise Probleme durch die züchterisch bedingt "bullige" Kopfform haben.

Veränderung von Haut, Haar, Federn und Schuppen

Gerne gehalten und immer etwas "Besonderes" sind Langhaarige/Gelockte Säuger, Vögel mit besonders üppigem Federkleid, Reptilien mit einer besonderen Schuppenform oder Nackte Tiere jeder Art. Diese Merkmale gehen häufig einher mit Problemen bei der Körperpflege, der Wärmeregulation, den Sinnesorganen (besonders Ohren, Augen und Vibrissen). Auch eine Überempfindlichkeit gegen UV-Licht ist nicht selten (Sonnenbrand), sowie Hautprobleme und auch hier wieder eine vergrößerte Verletzungsgefahr.

 

Auch die Farbzucht soll hier erwähnt werden. So beeinflusst sie bei einigen Tieren die Fähigkeit zur Kommunikation mit Artgenossen. Als Beispiele hierfür sind die, leider momentan sehr beliebten, "Pieds" beim Jemenchamäleon oder diversen Fischarten, die über Farbveränderungen ihre Stimmung mitteilen. Auch sozial kann besonders viel Fell sich nachteilig auswirken. So wird gesträubtes Fell von vielen Arten als Drohgebärde interpretiert. Langhaarige Tiere sind in diesem Fall ständiger Fehlkommunikation ausgesetzt.

Veränderungen an der Wirbelsäule

Nicht selten, und dem aufmerksamen Beobachter leicht ein zu ordnen, sind Veränderungen in der Wirbelsäule. Besonders häufig treten Verwachsungen der Schwanzwirbel auf. Aber auch Tiere ohne Schwänze, mit fehlgestaltetem Becken oder - gerade bei Fischen -Tiere mit bewusst verkrümmter Wirbelsäule sind nicht so selten, wie gewünscht wäre. Dass diese Tiere Schmerzen haben oder in ihrem natürlichen Verhalten stark eingeschränkt sind steht wohl außer Frage.


Konkrete Mutationen mit Qualzuchtverdacht bei der Ratte

Manx

Bei Manx handelt es sich um ein unvollständig dominantes Gen. Die Ausprägung ist unterschiedlich und reicht von vollkommen normal erscheinenden Schwänzen bis zu gar keinem Schwanz. Weibchen dieser Mutation zeigen dazu ein stark verformtes Becken und sind in der Regel nicht fähig Welpen auf natürlichem Wege auf die Welt zu bringen.
Ohne oder mit einem missgebildeten Schwanz kann eine Ratte nicht ihr normales Verhalten ausleben, Körpersprache und Bewegungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Dazu kommen die Schmerzen, die eine Wirbelsäulenverkrümmung mit sich bringt. Manx ist als eindeutige Qualzucht ein zu ordnen.

Dwarf

Dwarf ist ein rezessiv vererbbares Gen, dass (wahrscheinlich) zu einem proportionalem Zwergwuchs führt. Ob die Weibchen gebärfähig sind ist mir nicht bekannt. Zu bedenken ist bei der Mutation, ob ein "Zwerg" in einem normalen Rudel akzeptiert werden kann. Ansonsten ist die Zuchtvariante bisher zwar nicht als vollkommen unproblematisch, aber nicht als Qualzucht ein zu stufen.

Fat

Ist ebenfalls rezessiv vererbbar und führt zu chronischem Übergewicht der Tiere, dass auch durch eine strenge Diät nicht zu regulieren sein soll. Fat fällt mit dieser eindeutig körperlichen und geistigen Leidensdruck der Tiere in die Kategorie Qualzucht.

Fuzz

Fuzz gehören zu den Nacktratten und haben vermutlich, wie alle Nacktratten, mit Nierenproblemen zu kämpfen. Die Welpen sind anfangs behaart, wenn auch nur sehr dünn und mit kurzem Haar. Mit dem Heranwachsen fällt es aus, bis auf eine Restbehaarung im Gesicht und an den Pfoten. Die Vibrissen sind ebenfalls stark verkrümmt und verkürzt. Aufgrund der verkürzten Tasthaare fällt den Tieren die Orientierung schwerer als normalen Ratten. Durch das fehlende Fell verletzen sie sich schneller und sind empfindlich gegen UV-Licht. Fuzz vererbt sich rezessiv und ist aufgrund der massiven Einschränkungen eindeutig als Qualzucht ein zu stufen.

Pink Eyed Varianten

Besonders Albinos der Ratte (Gencode cc) sind extrem Lichtempfindlich und sind schnell geblendet. Schon bei geringer Lichtleistung (80 Lux) können Schäden an der Netzhaut auftreten. Aber auch im Dunkeln/Halbdunkeln ist ihre Sehkraft nicht ausreichend. Oft zeigen sie dann massives "Pendeln" um ihre Schwäche aus zu gleichen. Deswegen zählen Albinoratten meiner Meinung nach eindeutig zu den Qualzuchten, sie sind beständigem Leidensdruck ausgesetzt. Auch bei anderen rotäugigen Varianten ist Vorsicht geboten. Wobei die Augen innerhalb der Red Eyed Gruppe durchaus unterschiedlich stark pigmentiert sein kann. Wer seiner Ratten-Nachzuchten Leiden ersparen möchte, entscheidet sich dafür mit dem Black Eyed Gen zu Arbeiten. Die Körperfarbe wird davon nicht beeinflusst.

Pink Eyed White/Albino

Rex/Double Rex

Leider immer noch in Mode. Die Tiere zeigen bei diesem unvollständig dominanten Gen in der Spalterbig vorliegenden Form ("Rex") gekräuseltes Fell. Wie bei vielen Mutationen in der Säugerzucht mit ähnlichen Effekten sind aber leider auch die Vibrissen von der Kräuselung betroffen, sowie Wimpern, Haare der Analregion und wahrscheinlich auch Haare der Sinnesorgane (Ohren, Nase). Diese Kräuselung kann zur Beeinträchtigung der Hörleitung führen, gekräuselte und verkürzte Vibrissen, die dazu dünner sind und schnell abbrechen erschweren dem Tier die natürliche Orientierung enorm. gewellte Wimpern und Haare der Analregion wachsen besonders bei fortschreitendem Alter schnell ein. Die Tiere putzen/kratzen sich vermehrt, was kahle Stellen an Augen zur Folge hat. Entzündete Augen und häufige Erkrankungen der Atemwege sind ein weiterer Effekt, der durch eine nicht korrekte Behaarung der Sinnes und Atemorgane verursacht wird.

junge Rex-Ratte

Extremer sind die Auswirkungen beim reinerbig vorliegendem Rex ("Double Rex"). Die Tiere zeigen nicht nur als Welpen das auffällig gewellte Fell, sondern verlieren dieses regelmäßig. Sie durchlaufen ihr Leben lang wiederholt einen Zyklus von verminderter, gekräuselter Behaarung, massivem Fell-Ausfall und Nacktheit. Von dem Fellverlust sind auch die Vibrissen betroffen. Ob auch die Behaarung innerhalb der Sinnesorgane vom Haarverlust betroffen ist, ist nicht erforscht. Das Tier ist damit nicht nur in seiner Sinnesleistung stark eingeschränkt und regelrecht behindert ist liegt auf der Hand. Zu den normalen oben erwähnten Nebeneffekten der normalen Rex-Ratte haben diese Tiere Probleme mit der Temperaturregulation (bei Zimmerhaltung nicht als Qual ein zu ordnen), sind UV-Licht empfindlich (Sonnenbrand) und einem enormen Leidensdruck durch die ständig wechselnde Fellstruktur ausgesetzt. Wahrscheinlich geht wie bei Nacktratten eine Stoffwechselerkrankungen oder zumindest ein besonderes Nährstoffbedürfnis mit der reinerbigen Mutation einher. Eine verringerte Lebenserwartung ist zu erwarten.

Einige "Züchter" behaupten seit Jahren, dass ihre Ratten kaum bis gar nicht gewellte Vibrissen hätten und ihr Zuchtziel eine Rex Ratte mit geraden Vibrissen wäre. Mir ist bis heute keine Rex-Ratte mit geraden Vibrissen unter gekommen. Ausnahmslos alle Tiere zeigen gewellte Vibrissen. Ob dieses Zuchtziel erreichbar ist bezweifle ich also ausdrücklich. Leider haben alle Zuchten, die bisher dieses Zuchtziel hatten, scheinbar nur eine kurze Lebensdauer, so dass echte Erfahrungsberichte nicht vor liegen. Sowohl die reinerbige, als auch die spalterbige Form sind also als Qualzucht zu bezeichnen.

Velveteen/Double Velveteen

Velveteen verhält sich ähnlich wie Rex. Auch hier haben wir einen unvollständig dominanten Erbgang. Bei spalterbigen Tieren ist das Fell gewellt wie bei Rex aber oft weicher. Das gleiche gilt für die Vibrissen. Das Fell von Velveteen bricht schnell ab, auch die Vibrissen und wirkt oft "dünn". Ansonsten zeigen sie alle Beeinträchtigungen der Sinnesorgane, die auch schon bei Rex aufgelistet sind.

Velveteen Welpe

Reinerbig wird die Form als "Double Velveteen" bezeichnet. Auch hier sind die Effekte mit "Double-Rex" zu vergleichen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das Fell nicht komplett ausfällt sondern ungleichmäßig kahle und behaarte Stellen entstehen. Ist ein Tier Spalterbig auf Velveteen und Rex zeigt es wahrscheinlich die gleiche Ausprägungsform.
Sowohl Velveteen als auch Double Velveteen sind also als Qualzucht einzustufen.

Douple Velveteen

Angora (Harley)

Angora, oder veraltet auch als Harley bezeichnet, ist ein rezessives Gen, dass eine starke Verlängerung aller Körperhaare verursacht. Das Fell erscheint dabei oft sehr dünn. Die Vibrissen werden ebenfalls sehr lang und dünn und brechen dadurch schnell ab, was indirekt zu stark verkürzten Vibrissen führt, die das Tier auch bei diesem Orientierungssinn stark einschränkt.

Durch die empfindliche Fellstruktur kommt es oft zu kahlen Stellen im Fell.

Harley Weibchen haben sehr häufig bis immer (wiedersprüchliche Aussagen von Haltern) wenig oder keine Milch für ihre Welpen. Sie kann ihre Welpen also nicht ohne Unterstützung und auf natürlichem Wege aufziehen.

Je nach Zuchtlinie und Bemühungen des Züchters gibt es aber wohl Angora-Linien die ein dichtes und weniger empfindliches Fell zeigen. Ob die Vibrissen ebenfalls weniger beeinträchtigt sind kann ich nicht beurteilen.
Generell würde ich aber alle normal erhältlichen Angora als Qualzuchten einstufen, da sie durch den Verlust von Körperhaar und Vibrissen stark eingeschränkt sind.

Angora bzw. Harley

Sphynx

Sphynx zählt zu den Nacktratten. Sie entwickeln sich anfangs wie normale Ratten, verlieren aber im Laufe der Aufzucht ihr komplettes Fell. Nur in einigen Fällen bleiben rudimentäre Vibrissen erhalten. Wie alle Nacktratten zeigen sie Nierenprobleme, haben eine dadurch verkürzte Lebenserwartung  sowie eine erhöhte Verletzungsgefahr und sind sehr UV-empfindlich.Angeblich sind sie Infektionsanfälliger und haben soziale Probleme in einem Rudel mit normalen Ratten.

Nacktratten sind weitgehend verpönt und in den Augen der meisten Halter als Qualzucht akzeptiert. Leider gibt es aber immer wieder Fälle in denen die Tiere vermehrt werden um etwas besonderes oder "Allergiker geeignete Tiere" zu produzieren. Die meisten Allergiker reagieren aber auch auf felllose Ratten, diese vorgeschobene Entschuldigung für das Vermehren dieser Qualzucht halte ich für fragwürdig.

Dumbo

Auf Dumbo sind wir hier bereits genauer eingegangen: Gerüchte und Tatsachen rund um Dumbo bei der Ratte .

Dumbo ordnet Felis-silvestris.com nicht als Qualzucht ein, wobei es einige Linien gibt, die extrem geformte oder deformierte Ohren zeigen. Diese Tiere sind ab zu lehnen, allerdings wohl auf falsche Zuchtauslese zurück zu führen.

Dumbo-Ratte

Patchwork

Auch Patchworkt ist eine Nackrattenform, die ebenfalls mit Nierenproblemen und der damit verbundenen verkürzten Lebenserwartung zu kämpfen hat. Genau wie für Sphinx gilt auch für Patchworkt eine starke UV-Empfindlichkeit, erhöhtes Verletzungsrisiko und soziale Probleme im Rudel. Sie haben oft noch rudimentäre Haare, die aber sehr hart sind und oft kurz abbrechen. Patchworkt ist eindeutig als Qualzucht zu bezeichnen.

Satin

 

Satin vererbt sich bei der Ratte rezessiv und wird von wenigen Züchtern geplant gezogen. Es verursacht eine besonders glatte Haaroberfläche und angeblich auch kürzeres und weniger dichtes Fell (beides ist nicht überprüft). Direkte und schwerwiegende Beeinträchtigungen sind aber nicht zu erkennen/nicht bekannt. Satin ist keine Qualzucht.

Satin

Was machen mit Züchtern und Tieren dieser Variante?

Bei den bereits existierenden Tieren der qualzüchterischen Mutationen fällt die Antwort einfach: So gut und leidensfrei wie möglich pflegen oder von ihrem Leid erlösen ist der einzige Weg. Und, selbstverständlich diese Tiere und eventuelle Träger nicht zur Zucht einsetzen.

Bei dem bewusst verursachendem Züchter ist das nicht so einfach. In der Regel handelt es sich um Züchter bei denen wenig Genet(h)ikverständnis vorhanden ist und die etwas "Exklusives" züchten und besitzen wollen. Oft spielen auch finanzielle Absichten eine Rolle. Die betroffene Personen pflegen oft sehr viele Tiere, die Umstände sind häufig fragwürdig und bei der Abgabe und Aufnahme von Zuchttieren wird oft nicht kritisch vor gegangen. Viele Folgen auch einer Modebewegung. Leider neigen gerade diese Züchter dazu besonders viele Tiere zu produzieren und zu verkaufen, wodurch sich fragwürdige Mutationen schnell weit verbreiten. Gerade bei Rezessiv vererbbaren Mutationen ist das fatal! Anders als rezessive Mutationen lassen sie sich nicht innerhalb von ein paar Generationen eliminieren sondern fordern langwieriges und bewusstes Vorgehen in der Zucht.

In der Natur des Menschen liegt es aber auch, direkt darauf angesprochen seine Haltung zu verteidigen und uneinsichtig zu reagieren. Deswegen braucht Kommunikation mit solchen Züchtern viel Fingerspitzengefühl und Ruhe. Bleibt freundlich und oberhalb der Gürtellinie. Entdeckt ihr Tiere dieser Mutationen auf Börsen, sprecht am Besten nicht die Verkäufer sondern direkt den Veranstalter auf das Thema an um ein "Verschwinden" der Tiere zu verhindern und eure Nerven zu schonen. Das Gleiche gilt für Kleinanzeigen und diverse Internetplattformen.Selbstverständlich gilt auch: Kauft solche Tiere nicht! Jede Form von Erwerb dieser Mutation, auch wenn sie aus Mitleid geschieht fördert die Zucht der Tiere. Also bitte Finger weg, es sei den sie sitzen im Tierheim oder in einer Notstation.

 

Abschließend sei noch erwähnt, dass dieser Artikel meiner eigenen Einschätzung und Meinung entspricht.
Wer zum Thema Qualzuchten bei der Ratte noch etwas beitragen kann ist herzlich eingeladen Kontakt mit mir auf zu nehmen.