Haltungsbericht Schmuckhornfrosch

Schmuckhornfrosch
Trivialname Schmuckhornfrosch
Wissenschaftliche Bezeichnung
Ceratophrys cranwelli
Schutzstatus
nicht geschützt
Durchschnittliche Endgröße
12 cm
Lebenserwartung
ca. 10-15 Jahre
Herkunft
Südamerika
Lebensraum
Regen- und Trockenwälder
Terrariengröße
Ab 60 x30 x30 cm
Anschaffungskosten Tier
Ab 30€
Anschaffungskosten Ausrüstung
Ab 120€
Monatliche Kosten
10€



Terrarium und Einrichtung

Der Schmuckhornfrosch benötigt einen tiefen Bodengrund um sich einzugraben. Geeignet dazu sind zB. ungedüngte Blumenerde oder Kokoshumus. Dazu braucht er mindestens eine Versteckmöglichkeit sowie ein Wassergefäß in dem er Baden kann, was aber nicht zu tief sein darf und einfach zu verlassen sein muss, den Schmuckhornfrösche können nicht schwimmen und drohen sonst zu ertrinken. Generell sind 60 cm Terrarien, die entsprechend feuchtigkeitsbeständig sind ausreichend für einen Frosch. Ich bevorzuge für meine Tiere aber 80 cm Terrarien. Wenn die Tiere aktiv sind können sie doch erstaunlich kräftig und weit springen. In einem 60 er Terrarium kann ein Schmuckhornfrosch das kaum ausleben.

Die Beleuchtung interessiert den Frosch nicht. Wichtig ist es – z. B. durch eine Heizmatte mit 15 Watt– seine Wohlfühltemperatur herzustellen. Diese liegt tagsüber bei 24-28°C und darf Nachts auf 20°C abfallen.

Er braucht eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 70%. Diese kann durch tägliches Sprühen oder eine Beregnungsanlage hergestellt werden.


An Dekorationsmaterialien ist alles erlaubt, was der Frosch nicht verschlucken kann. Pflanzen, Hölzer und Steine, die die Feuchtigkeit vertragen und einen kräftigen Hüpfer ab können sind beispielsweise sehr dekorativ.                 


Futter, Charakter und Sozialverhalten

Der Frosch wird – je nach Größe – ein bis drei Mal die Woche gefüttert. Angeboten werden können verschiedener Futterinsekten, Würmer, Fisch und gelegentlich auch eine Maus. Achtet darauf, dass euer Frosch nicht zu fett wird. Habt ihr das Gefühl, dass er Schwierigkeiten mit der Fortbewegung hat oder zu kugelig wirkt, reduziert dringend die Futtermenge. Gerade bei Heranwachsenden Fröschen kann das Futter mit einem Calzium/Vitamin D3-Präperat bestäubt verabreicht werden um Wachstumsschwierigkeiten vor zu beugen.


Schmuckhornfrösche sind in erster Linie Beboachtungstiere. Die Frösche sind Lauerjäger und bewegen sich die meiste Zeit des Tages nicht, haben aber auch sehr aktive Phasen, wenn es zB. Heuschrecken im Terrarium zu erjagen gilt.


Alles was sich vor dem Maul bewegt wird gepackt und nicht wieder los gelassen. Das gilt auch für Finger. Ein Biss führt nicht zu ernsthaften Verletzungen bedeutet aber Stress für Mensch und Frosch, der vermieden werden kann.


Hochgehoben werden kann der Frosch mit einem sicheren Griff von oben um seinen Bauch. Da er sich dabei möglicherweise erschreckt, kann es sein, dass er Flüssigkeit ablässt und plötzlich "schrumpft". Pakt also bewusst, aber natürlich auch nicht zu kräftig zu.


Vor allem männliche Tiere Quaken gelegentlich, ähnlich einer „Fahrradhupe“. Sind die Tiere sehr verärgert blasen sie sich außerdem auf und geben eine Mischung aus Quaken und Bellen von sich.


Da Artgenossen mit Futter verwechselt und versehentlich verspeist werden können ist eine Einzelhaltung immer zu bevorzugen.


Trockenruhe, Farbformen und Zucht

Es sind mehrere Arten im Handel zu finden. Häufig ist neben C. cranwelli auch C. ornata. In der Haltung unterscheiden sich beide Arten aber nicht. Dazu werden eine Vielzahl von Farbformen und Hybriden angeboten. Die Auswahl aus den bunten Tieren ist also sehr vielfältig.


Die meisten Tiere im Handel kommen aus großen Zuchtfarmen aus Asien und den USA. Aber auch in Europa werden Cranwelli mehr und mehr nachgezogen. Zur Zucht simuliert man den gut gefütterten Fröschen eine Regenzeit. Man setzt sie dazu im Sommer in eine Wanne mit ca. 2 cm Wasserstand, einigen Möglichkeiten das Wasser zu verlassen und beregnet sie ununterbrochen stark. Die Männchen fangen dann bald an zu rufen und die Weibchen zu begatten.


Der Laich, der gut und gerne 300 Eier umfassen kann entwickelt sich schnell und wird in ein Aquarium überführt in dem er bei ca. 24°C gut durchlüftet wird. Die geschlüpften Kaulquappen verhalten sich kanibalistisch und sollten in kleinen Boxen einzeln gesetzt werden. Täglicher Wasserwechsel und eine Kräftige Fütterung mit Mückenlarven und ähnlichem Lebend- und Frostfutter führen zu einer schnellen Entwicklung. Sobald sich die ersten Beinchen Zeigen müssen in den Behältern Möglichkeiten eingebracht werden das Wasser zu verlasen.
Hat sich der Schwanz zurück gebildet und der Frosch das Wasser verlassen kann er wie der adulte Frosch gehalten werden.

Ausgewachsene Schmuckhornfrösche benötigen eine Trockenruhe. Dazu wird die Temperatur Anfang Dezember auf 15°C gesenkt und der Bodengrund trocknen gelassen. Der Frosch bildet dann einen Kokon aus, in dem er die nächsten 3 Monate verharrt. Danach werden Feuchtigkeit und Temperatur langsam erhöht und der Frosch kommt wieder aus seiner schützenden Hülle.


Zum Download mein Flyer zur Schmuckhornfroschhaltung und Anschaffung:

Download
Der_Schmuckhornfrosch_2.0.pdf
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Quellen und weiterführende Links

http://pacmanfrogs.de/home/index.php

https://www.facebook.com/groups/391700450859066/

https://www.facebook.com/groups/116404481830725/

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Kommentare: 4
  • #1

    Telmo Wolff (Sonntag, 03 Januar 2016 21:39)

    ich finde das du den bericht sehr sehr gut geschrieben hasst . du hasst mir sehr geholfen : )

  • #2

    Tina (Mittwoch, 31 August 2016 16:29)

    Super Bericht mit vielen Informationen. Vielen Dank. Meine ersten wichtigen Fragen zu diesen Tieren sind damit beantwortet :-)

  • #3

    Mark (Donnerstag, 08 September 2016 21:23)

    Wie groß sollte denn die Heizmatte sein und wo sollte sie angebracht werden?

  • #4

    Dennis (Donnerstag, 06 April 2017 18:56)

    Super Beitrag! Schaue schon bestimmt 1 Stunden, hab viel gelesen und muss sagen in deinem text ist alles drin!
    Danke :)