Verstopfung beim Blutpython

Unser Blutpython Weibchen mit momentan 4 bis 5 kg hatte eine "Verstopfung" bzw. ist es ihr nicht gelungen verhärteten Kot selbstständig abzusetzen. Hier ein kurzer Bericht darüber, was Auffällig war, wie wir reagiert haben und ihr Zusatnd nahc dem ausmaßieren möchte ich hier kurz beschreiben.

Ich kenne bisher Verstopfungen vor allem von weiblichen Baumpythons und hatte das auch schon bei einem meiner Weibchen. Allerdings ohne, dass größere Interventionen nötig waren. Cristoci hat dazu dieses sehr sehenswerte Video erstellt.

Jetzt ist der Fall bei meinem Blutpythonweibchen aufgetreten.

Einige Tage, bevor es akut geworden ist, ist mir aufgefallen, dass eine größere Menge Kot oder Harnstein sich vor der Kloake angesammelt hat. Die Masse war aber noch nicht bis zur Kloake gewandert und sie lag ruhig in ihrem Versteck. Deswegen habe ich nichts unternommen.
Drei Tage später, wollte ich das Becken der Blutpythons Grundreinigen und einige Umbaumaßnahmen vornehmen. Zu unserem aller Glück!. Sie lag immer noch in ihrem Versteck, reagierte aber gar nicht auf Händlen im Becken. Als ich das Versteck hoch nahm um sie umzusetzen sah ich die brenzliche Situation:
Der Kotballen war voran gewandert bis zur Kloake, die zu einem Durchmesser von ca. 3-4 cm geöffnet war. Der Brocken mit einem Durchmesser von ca. 7 cm konnte aber nicht durch treten und befühlte sich sehr hart.
Die ganze Zeit war sie am Fauchen und hatte den Schwanz gehoben. Ich habe die Situation als sehr schmerzhaft für das sonst sehr angenehm zu händelne Tier eingeschätzt. An dem Kotballen waren von außen blutige Schleimhautreste zu erkennen.

Nun ist ein Blutpython unter Schmerzen in der Größe nicht unbedingt von einer (schwangeren) Person alleine zu händeln. Außerdem musste sie fixiert werden um in Ruhe mit der vorsichtigen aber bestimmten Massage beginnen zu können. Dazu habe ich meinen Mann dazu geholt, der ihren Kopf fixiert hat. Um uns vor Abwehrbissen zu schützen haben wir Schutzhandschuhe getragen.
Wir haben sie auf den Fliesenboden gelegt. und mit sanftem Druck den Kotballen durch die Kloake gedrückt. Mit dem Klumpen kam auch etwas frisches Blut (hellrot) sowie Schleim, Flüssigkeit und Harnstein. Anschließend massierten wir einen zweiten, kleineren Klumpen heraus. Dann war die Schlange "leer" und erschöpft. Und unser Boden, sowie wir komplett eingesaut.

Ich habe sie mit Wasser abgewaschen und kontrolliert, dass keine Nachblutung/tatsächliche Blutung stattfand. Damit sich das Tier beruhigen kann, haben wir sie anschließend in eine frisch desinfizierte Futterbox auf Zeitungspapier gesetzt.

 

Am nächsten Morgen (ca. 10h später) habe ich dann endlich mal auch die Kamera mitgenommen:

Blutreste vond er Aktion (aus der Kloake) auf dem Handschuh
Blutreste vond er Aktion (aus der Kloake) auf dem Handschuh
Zustand der Kloake bei Draufsicht 10h nach der Aktion: Unauffällig
Zustand der Kloake bei Draufsicht 10h nach der Aktion: Unauffällig
Ansicht der Kloake. Man sieht wo sie "überdeht" wurde, weiteres flüssiges Material/Urin wurde nachgedrückt. Klaoke ist noch nicht vollständig verschlossen
Ansicht der Kloake. Man sieht wo sie "überdeht" wurde, weiteres flüssiges Material/Urin wurde nachgedrückt. Klaoke ist noch nicht vollständig verschlossen.

Dem Tier ging es sichtlich besser. Sie züngelte fleißig und bewegte sich vorwärts. Ihre Körperspannung war gut. Von oben betrachtet war die Kloake nicht mehr auffällig. Genauer betrachtet war noch einiges an Flüssigkeit (unblutig) nachgedrückt worden. Aber nichts ausgetreten/auf der Zeitung zu finden.
Man sieht noch gut, wie über-dehnt die Kloake auch zu dem Zeitpunkt noch war. Ich habe mich dazu entschlossen die Kloake nicht noch einmal zu reinigen um den Heilungsprozess und die Keimumgebung nicht zu unterbrechen und habe an dem Tag nur die Zeitpung gewechselt, die Box noch einmal desinfiziert ihr Wasser zur Verfügung gestellt sowie gesprüht und sie erst nach 24h wieder belästigt. Zu dem Zeitpunkt war die Kloake schon fast wieder in ihrem "alten" Zustand und man konnte nicht mehr hineinsehen. Der Bauch ist weich, wie typisch für einen Entspannten, nicht gefütterten Python. Das Tier züngelte weiterhin gut und war an seiner Umgebung (bzw. daran die Box zu verlassen) interessiert.
Deswegen habe ich die geschlossene Kloake noch einmal vorsichthalber mit Silberspry versorgt und sie dann wieder in ihr Terrarium gesetzt (Laub/Erde Mischung als Bodengrund). Bis heute, 7d später geht es ihr bestens. Ich werde sie jetzt langsam mit kleinen Ratten (<150g) wieder anfüttern.

Portrait von usnerem Blutpython Männchen in der Futterbox
Portrait von usnerem Blutpython Männchen in der Futterbox
...und so sollte die Kloake eines Blutpythons aussehen
...und so sollte die Kloake eines Blutpythons aussehen

Jetzt bleibt die Frage: Was war der Auslöser für die Verstopfung?

Wasser/Bademöglichkeiten stehen meinen Blutpythons ständig zur Verfügung und werden auch gelegentlich genutzt. Wenn auch nicht, wie bei den Boa imperator, zum abkoten. Die Temperatur ist Thermostatgesteuert. Was allerdings ein "Grund" sein könnte ist das vermehrte Füttern von Meerschweinchen. Diese habe ich in letzter Zeit häufiger verfüttert. Gerade die Rosetten-Meerschweinchen haben recht viel Haar- und Knochenmasse. Das führte evtl. zu der besonders mächtigen Kotansammlung.

Habt ihr bei euren Blutpythons schon ähnliches beobachten können? Und wann habt ihr eingegriffen oder war ein Tierarztbesuch nötig? Lasst mir doch gerne ein Kommentar da. Ich hoffe dieser Beitrag hilft dem ein oder anderem Halter und Tier. Natürlich kann man an dem ein oder anderem Punkt anders reagieren und andere Situationen, auch wenn sie ähnlich sind, werden einen Tierarztbesuch nötig machen. Dieser Bericht ist also nicht als Handlungsempfehlung zu verstehen.

Erste Fütterung mit kleiner Ratte nach 10d nach dem Vorfall im Terrarium
Erste Fütterung mit kleiner Ratte nach 10d nach dem Vorfall im Terrarium

Kommentar schreiben

Kommentare: 0